Mikis Theodorakis

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Gerhard Forlkerts zu Mikis Theodorakis

Mikis Theodorakis - Einige Lebensdaten

Programme des Pianisten Gerhard Folkerts

Veröffentlichungen zu Mikis Theodorakis von Gerhard Folkerts

 



Gerhard Folkerts zu Mikis Theodorakis

Der griechische Komponist Mikis Theodorakis (*1925) symbolisiert eine Einheit musikalisch-schöpferischer Kraft und politischen Engagements wie kaum ein anderer Komponist des 20. und des frühen 21. Jahrhunderts. Seine Musik und seine Aufrufe gegen Unrecht und Unterdrückung, gaben den Menschen immer wieder Hoffnung und Kraft: im griechischen Bürgerkrieg, während der Zeit der Militärdiktatur und später immer dann, wenn die griechische Demokratie in Gefahr geriet.

Immer wenn es um die Selbstständigkeit und Freiheit SEINES Landes geht, mischt Mikis Theodorakis sich ein – so, wie er sich von Jugend an einmischte und für die Freiheit kämpfte, ohne Rücksicht auf sein Leben, aber stets im Schutze seiner Musik. 

In den Kompositionen von Mikis Theodorakis stellt sich das kulturelle Gedächtnis Griechenlands dar. Seine Werke, in denen Traum und Praxis vereint sind, wecken Bewusstsein und fordern, die tägliche Wirklichkeit nicht einfach so hinzunehmen. Auch heute noch zeigt der Komponist ein ungebrochenes Engagement für die Einheit Griechenlands und den Dialog mit der Jugend, für die Einheit Zyperns sowie das friedliche Zusammenleben zwischen Türken und Griechen und den Völkern des Balkans - für die Verständigung zwischen unterschiedlichen Kulturen. Nur wenige Komponisten unserer Zeit bewahren so untrennbar und klar ihre kompositorische und politische Haltung wie Mikis Theodorakis. Ihm gelang es, Griechenland durch die Zusammenführung von Kunst- und Volksmusik wieder eine eigene Musikidentität zu geben. Seine Musik ist Ausdruck der Freundlichkeit und Lebensfreude, der Trauer und des Zorns, der Überwindung des Hasses und Ausdruck der Liebe. Dort wo sie erklingt, bewahrt sie die Freiheit und Würde des Menschen.

Die Klavier- und Kammermusikwerke von Mikis Theodorakis entdeckte ich erst Mitte der 1990-er Jahre in einer Athener Musikalienhandlung. Diese Kompositionswerke wurden zum festen Bestandteil meiner Konzertprogramme. Sie führen auf eine musikalische Entdeckungsreise zu einem noch unbekannten Theodorakis.

Im April 2005 gab ich in Athen ein Konzert mit den Klavierwerken von Mikis Theodorakis: Dieser Abend erhielt eine besondere Aura durch den Besuch von Mikis Theodorakis und seiner Frau Myrto sowie vielen seiner engsten Freunde.

Persönliche Begegnungen mit Mikis Theodorakis, der mit seiner Frau Myrto in Athen lebt, erweitern und vertiefen meine Kenntnisse über das Werk die Biografie dieses großen Griechen und tragen wesentlich zu einer authentischen Interpretation seiner Kompositionen bei:

         17. Juli 2012, Herodis Atticus Theater Athen: Vor Beginn der Aufführung seines Werkes Canto General (Text Pablo Neruda) wird Mikis Theodorakis von seinen Anhängern und Freunden begrüßt, hinter ihm steht Gerhard Folkerts.

Mehr zu der die Aufführung

 

         29. Juli 2010, Laycabettus-Theater Athen: Am Ende des Finales seines Geburtstagskonzerts singt Mikis Theodorakis selbst (hinter ihm auf der Bühne, zweiter von links: Gerhard Folkerts).

           Mikis Theodorakis und Gerhard Folkerts bei einem Treffen im Hause Theodorakis im Mai 2010

 

 

 

 

 

Mikis Theodorakis und Gerhard Folkerts bei einem Treffen im Hause Theodorakis im Oktober 2006 

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Mikis Theodorakis - Einige Lebensdaten

1925

29. Juli, Geburt auf Chios, Griechenland

1945-50

Studium am Athener Konservatorium

1960

"Politia", Liederzyklus, Texte: Christodoulou, Livaditis, Virvos

1961

"Epiphania", Oratorium, Text: Yorgos Seferis

1962

"Die Geisel", Liederzyklus, Text: Brendan Behan

1962

"Die Ballade vom toten Bruder", Text: Mikis Theodorakis

1964

"Zorbas il Greco" (Filmmusik)

1965

"Mauthausen", Liederzyklus, Text: Jacobus Kambanellis

1966

5. Mai, Geburt des Sohnes Yorgos

1966

Verbot der Musik im staatlichen Rundfunk

1967

Militärputsch, Armeebefehl Nr. 13, Verhaftung am 21. August, Averoff-Gefängnis

1967

"Lieder für Andreas", Liederzyklus, Text: Mikis Theodorakis

1968

Verbannung in das Bergdorf Zatouna in Arkadien

1969

Oropos-Gefängnis in Athen

1970

1. Pariser Exil

1972

"Canto General", Oratorium, Text: Pablo Neruda

1974

Ende der Militärdiktatur, Rückkehr nach Athen

1980

2. Pariser Exil

1980

3. Sinfonie

1981

2. Sinfonie - Rückkehr nach Athen, Parlamentsabgeordneter

1981

"Sadduzäer-Passion", Text: Michalis Katsaros

1982

7. Sinfonie ("Frühlingssinfonie")

1984

Requiem

1986

4. Sinfonie

1987

Zorba Il Greco, Ballett für Mezzosopran, Bouzouki, Chor und Orchester

1987

gründet die Griechisch-Türkische Freundschaftsgesellschaft

1987

Zorba-Ballettmusik

1988

Oper "Medea" (Hommage à Verdi)

1990-93

Staatsminister

1992

Oper "Elektra" (Hommageà Puccini)

1993

Zorba-Suite

1994

Oper "Antigone" (Hommage à Bellini)

1996

Rhapsodie für Cello und Orchester

1999

Ehrenbürger der Städte Famagusta und Limassol auf Zypern

2005

IMC-UNESCO-Musikpreis, verliehen in Aachen

2005

Ehrendoktorwürde der Universität Kreta, verliehen in Chania/Kreta

2007

Ernennung zum Kommandeur im Orden der französischen Ehrenlegion

2011

Gemeinsam mit Manolis Glezos verfasster Aufruf zur aktuellen Situation in Griechenland

2013

Ernennung zum Ehrenmitglied der Akademie von Athen

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Programme des Pianisten Gerhard Folkerts

Eine Hommage-Serie an Mikis Theodorakis

2012 "Du bist Griechenland"
Konzeption, Bearbeitungen für Klavier und am Kalvier Gerhard Folkerts, Rezitation Rolf Becker; Gesang Julia Schilinski

Informationen zu dieser Veranstaltung

2008/2010 "Ein Leben für die Freiheit"

Konzeption, Bearbeitungen für Klavier und am Kalvier Gerhard Folkerts, Rezitation Rolf Becker; Gesang Julia Schilinski

Informationen zu dieser Veranstaltung

 


Das Klavierwerk

11 Präludien (1947-1950)
In seiner Autobiografie schreibt Theodorakis: "Wenn man dieses Werk heute hört und man sich die Umstände 1947 in Athen vorstellt, wird meine damalige Einsamkeit deutlich. ... Eines der Präludien (Nr. 3) benutzte ich als Einleitung zu ,Margarita-Margaro'. Ich wollte es unbedingt öfter hören." Bürgerkrieg und Verbannung auf die Inseln Ikaria und Makronissos bewirken, dass Theodorakis erst drei Jahre später diesen Zyklus fertig stellt. In ihm finden sich demotische Musik, Anklänge an Kirchenmusik, Jazz sowie Bachsche Figurationen und Satzweisen.

Kleine Suite (1954)
Auf Makronissos komponiert Theodorakis zwei seiner drei Übungen für zwei Geigen und Cello und beendet sie am 14.1.1949. Die Partitur ging nicht verloren, so dass Theodorakis das Material in der Kleinen Suite wie auch im Ballett "Zorbas" wieder verwenden konnte. Die Kleine Suite ist die erste der in Paris entstandenen Kompositionen. Theodorakis bezieht melodische und rhythmische Elemente kretischer Musik in diese Suite mit ein und kehrt so zu seinen traditionellen Wurzeln zurück.

Sonatine (1955)
Einflüsse von Liedern und Tänzen aus Kreta charakterisieren den 1. Satz. In den Intermezzi bevorzugt Theodorakis Quartenmelodik, Flötenregister und impressionistische Harmonik. Im expressiven 4. Satz mit seinen Klangballungen, seinen Liegetönen und seiner bordunhaften Begleitung, hören wir rhapsodische Melodien, kretische Tanzrhythmen und starke dynamische Kontraste. Quelle und Fluss seiner Inspiration werden deutlich: demotische und laizistische und byzantinische Musik. Die Sonatine dokumentiert Theodorakis Suche nach dem Griechentum, dem "Romiossini". Es ist auch die Suche nach einer möglichen Alternative zur "Übermacht der Zwölftönigkeit", nach den Grundlagen griechischer Musik und nach einer neuen Tonsprache.


CD mit dem Klavierwerk

Kammermusik

1. Sonatine für Violine und Klavier (1952)
2. Sonatine für Violine und Klavier (1958)
Klaviertrio (1947)
Sextett für Flöte, Streichquartett und Klavier (1947)

Transkriptionen von Liedern von Mikis Theodorakis

Aus den Liederzyklen:

Politia (1960)
Die Geisel (1962)
Kleine Zykladen (1963)
Griechentum (1966)
Mauthausen (1966)
Lieder für Andreas (1968)


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Veröffentlichungen zu Mikis Theodorakis von Gerhard Folkerts

Buch "Mikis Theodorakis - Seine musikalische Poetik", von Bockel Verlag, Neumünster 2015, ISBN 978-3-95675-005-2

"Aufruf an die internationale Öffentlichkeit - Komponist Mikis Theodorakis kämpft für seine Utopien" - Ein Beitrag in zwoelf, Die Zeitung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Sommersemester 2012

"Facetten im Schaffen von Mikis Theodorakis" - Ein Beitrag in Musik-Kontexkte, Festschrift für Hanns-Werner Heister, Herausgeber Thomas Phleps und Wieland Reich, MV Wissenschaft, 2011

Text zu dem Klavierabend deutsch griechisch

"Die sinfonische Musik Mikis Theodorakis", Vortrag auf der internationalen Theodorakis-Konferenz, 29.7. - 31.7.2005, Chania/Kreta deutsch englisch

"Der unbekannte Theodorakis" in Chronika, Nr. 5/6, 2005

"In Sachen Theodorakis", Galerie 2004/2005, Nr. 4, Luxemburg

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